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Pflegeeltern
sein –
eine Aufgabe für Sie?
Der kleine Sven, ein strahlender Blondschopf von sechs Jahren, lacht
immer öfter von Herzen. Seit er Ruhe, Zuwendung und Aufmerksamkeit bei
seiner neuen Familie gefunden hat, lernt er täglich neue Fähigkeiten und
Verhaltensmuster. Er entwickelt sich schon jetzt, nach ein paar Monaten, zu
einem Jungen, mit neuen Chancen im Leben.
So wie Sven könnte es noch vielen Kindern gehen – wenn sich noch neue
Pflegeeltern melden würden.
Möchten
sie gerne ein Kind in Ihre Familie aufnehmen?
Dann erhalten Sie hier erste Infos zu häufig gestellten Fragen:
Welche Pflegearten gibt es?
Einmal gibt es die Vollzeitpflege oder Dauerpflege. Diese Art der Hilfe
stützt sich auf Familien, die bereit sind, ein Kind bei sich aufzunehmen,
dessen Eltern vorübergehend oder auf lange Sicht ihrer Erziehungsaufgabe
nicht nachkommen können. Ziel dieser Pflegeart ist es, das Kind in die
Herkunftsfamilie zurückzuführen, wenn sich dort die Situation in einem für
das Kind vertretbaren Zeitraum wieder stabilisiert haben sollte. Viele
Pflegeverhältnisse dauern aber auch bis zur Volljährigkeit des Kindes.
Bei der Kurzzeit- oder Bereitschaftspflege handelt es sich um eine familienergänzende Pflege, bei der Kinder oder
Jugendliche auf Grund akuter Not- und Krisensituationen schnell und für
einen kurzen Zeitraum in Pflegefamilien untergebracht werden müssen.
Was bedeutet die Entscheidung, ein Pflegekind aufzunehmen?
Die Aufnahme in einer Pflegefamilie ist ein tiefgreifender
Einschnitt in das Leben eines Kindes. Sie bringt aber auch für die
aufnehmende Familie weitreichende Veränderungen
mit sich. Eine so grundlegende Entscheidung muss deshalb von der ganzen
Familie mit getragen werden. Fragen wie “Wie wird das Pflegekind von den
eigenen Kindern angenommen?” oder “Können wir mit
möglicherweise schwierigen und belastenden Verhaltensformen des
Pflegekindes umgehen?” müssen ausreichend bedacht werden. Lassen Sie sich
deshalb Zeit, informieren Sie sich, besuchen Sie einen Vorbereitungskurs
und treffen Sie dann in Ruhe Ihre Entscheidung.
Wozu brauche ich einen Vorbereitungskurs?
Viele Eltern stellen sich diese Frage, da sie ja schon auf Erfahrungen
mit der Erziehung ihrer eigenen Kinder zurückblicken können. Die
langjährige Erfahrung zeigt aber, dass die Aufnahme eines Pflegekindes
immer spezifische Probleme und Schwierigkeiten mit sich bringt. In einem
Vorbereitungskurs werden angehende Pflegeeltern von Fachkräften, aber auch
von erfahrenen Pflegeeltern darüber informiert. Nur wenn Sie wissen, was
auf Sie zukommt, sind Sie auch in der Lage, eine bewusste Entscheidung für
oder gegen die Aufnahme eines Kindes zu fällen.
Zudem wird in diesem Kurs notwendiges Wissen vermittelt, das im Alltag
einer Familie ohne Pflegekinder nicht von Bedeutung ist. Pflegefamilien erziehen im “öffentlichen Auftrag” – ein großer
Unterschied zur Privatsphäre einer gewachsenen Familie. Sie sollten offen
sein für Kontakte mit der Herkunftsfamilie und zur Zusammenarbeit mit dem
Jugendamt.
Sind wir als Pflegefamilie überhaupt geeignet?
Ein Pflegekind erfordert Zuwendung, Geduld und Zeit. Ein fester
familiärer Bezugsrahmen ist für die weitere Entwicklung des Kindes
besonders wichtig. Dies sollte auch bei der Überlegung berücksichtigt
werden, ob und inwieweit beide Eltern nach Aufnahme eines Kindes noch
berufstätig bleiben können.
Die Wohnverhältnisse sollten dem Kind genügend Platz zum Wohnen und Spielen
bieten. Die finanzielle Situation der Pflegeeltern sollte geregelt und
überschaubar sein.
Wie bekomme ich ein Kind vermittelt?
Wenden Sie sich zunächst an das für Sie zuständige Jugendamt Ihrer Stadt
oder Ihres Landkreises. In Gesprächen mit den Sozialarbeitern des
Jugendamtes wird dann Ihre Eignung als Pflegefamilie festgestellt. Nach
dieser so genannten “Eignungsfeststellung” können Sie sich bei jeder
Vermittlungsstelle unter Vorlage der nötigen Unterlagen um ein Kind
bewerben.
Die Liste der Vermittlungsstellen finden Sie unter “Jugendämter”.
Wie ist der Unterhalt des Kindes geregelt?
Die Pflegefamilie erhält mit der Aufnahme eines Kindes Pflegegeld. Eine
Staffelung der Pauschalbeträge nach Altersgruppen soll dem
unterschiedlichen Unterhaltsbedarf Rechnung tragen. Über diese
Pauschalbeträge hinaus können weitere Kosten für besondere Ereignisse (z.
B. Erstlingsausstattung, Einschulung, Urlaubsfahrt) oder für begründete
Maßnahmen (z. B. heilpädagogische Kosten) gewährt werden.
Auch wir vom PFAD für Kinder - Nürnberg/ Fürth e.V. helfen Ihnen
gerne weiter!
Wenn Sie sich für die Aufnahme eines Pflegekindes interessieren, können
Sie sich gerne an uns wenden. Wir beraten in persönlichen Gesprächen und
bieten Ihnen neben umfangreicher Literatur auch den Austausch mit
erfahrenen Pflegeeltern.
vorstand@pflegeeltern-nuernberg-fuerth.de
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